Wissen allein genügt nicht, man muss es auch anwenden können!
Sehr oft wird im SV-Bereich eine Technik zwar gezeigt, aber es wird diese dann viel zu wenig und nicht mit vielen verschiedenen und auch körperlich stärkeren Angreifern geübt.

SV-Training muss praxisnah sein!
Die meisten Trainierenden bleiben immer in der geschützten Umgebung des Trainingsraumes und gehen nicht raus um auch mal auf unterschiedlichen Untergründen, bei schlechten Lichtverhältnissen und bei verschiedenen Witterungen die Techniken zu trainieren. So sind die meisten zwar in der Theorie gut, aber in der praktischen Anwendung hapert es gewaltig.Zudem sollte man unbedingt auch in normaler Kleidung trainieren und auch das dazugehörige Schuhwerk tragen. Interessant wie dann eine Frau in hochhackigen Pumps oder im engen Rock sich dann zu wehren versucht.

Realistische SV ist hart und nicht fair, der Ponyhof ist anderswo!
Wir haben zwar auch viel Spass im Training und es darf auch gelacht werden, aber wenn wir zum reinen SV-Training kommen, dann zeigen wir den Jugendlichen (ab 12 Jahren) und Erwachsenen schon die härteren und gemeinen Techniken, die es dann auch einer Frau mit 45 kg ermöglichen einen Angreifer mit 100 kg auszuschalten.

Dass wir Angst haben, ist absolut normal! Das ist eines der ersten Dinge, die wir akzeptieren müssen!
Es ist nur die Frage wie wir mit dieser Angst umgehen, denn Angst führt auch zur Ausschüttung von Adrenalin und dieses wiederum verleiht uns mehr Kraft und macht uns unempfindlicher gegen Schmerzen. Angst ist also nicht generell schlecht, sondern nur dann, wenn sie uns lähmt und handlungsunfähig macht.

Wir gehen niemals freiwillig in die Bodenlage!
In der Bodenlage zu kämpfen ist deutlich schwerer als im Stand und wer darin nicht besonders geübt ist hat Probleme. Zwar versuchen wir diese Lage stets zu vermeiden, aber wir trainieren auch den Bodenkampf.

Wir drehen niemals dem Angreifer den Rücken zu!
Einen Angreifer müssen wir immer im Blick haben. Es ist sehr gefährlich den Angreifer aus den Augen zu verlieren. Drehkicks und ähnliche Techniken sehen zwar in Filmen gut aus, in der Praxis sind sie meist untauglich. Wir könnten beim Abdrehen an den Haaren oder im Gesicht gefasst werden, der Angreifer könnte uns am Hals fassen und würgen etc. Deshalb also niemals abwenden oder gar umdrehen. Dies gilt auch beim Entfernen aus einer bedrohlichen Situation für die ersten Meter.

Wir beobachten unseren Gegner mit dem peripheren Sehen immer vollständig!
Niemals dem Gegner nur in die Augen oder auf die Hände sehen, einen Fußtritt würden wir dann erst zu spät bemerken. Es ist wichtig immer den Gegner insgesamt zu beobachten. Ganz wichtig ist es stets die Hände zu sehen, ansosnten ist immer davon auszugehen, dass der Gegner dort ein Messer hat. Viele Polizisten könnten noch am Leben sein, wenn sie diesen Grundsatz beachtet hätten.

Wir kennen keine Regeln!
Es ist zwar wichtig sich an gesetzliche Regeln zu halten, aber wir müssen auch davon ausgehen, dass ein Angreifer sich an keine Regeln hält. Deshalb sollten wir einem Streit bzw. einer Auseinandersetzung immer versuchen aus dem Wege zu gehen, aber im Ernstfall auch nicht zögern uns vehement zu verteidigen ohne auf Regeln zu achten. Deshalb trainieren wir Angriffe auch regelmäßig im Stresstraining, denn damit sind unsere Chancen unbeschadet aus einer körperlichen Auseinandersetzung herauszukommen deutlich größer.

Wir müssen dem Angreifer immer zuvorkommen
Bei Bedrohungen warten wir nicht erst bis der Angreifer nach uns schlägt oder eine Waffe zieht, wenn keine geeignete Fluchtmöglichkeit da ist sind wir auch zum Präventivschlag bereit.

Wir setzen die angreifende Extremität außer Gefecht!
Wenn uns der Gegner zuvorkommt und wir einen Angriff schon kommen sehen, dann versuchen wir die angreifende Extremität auszuschalten indem wir z.B. einen Arm mit einem Ellbogenschlag brechen oder mit dem spitzen Ellbogen blocken bzw. einen Tritt mit stark angewinkelten Knie blocken. Sobald wir beim Gegner die Schmerzreaktion erkennen ist der Zeitpunkt gekommen entweder zu flüchten oder mit massiven Angriffen den Gegner auszuschalten.

Wir sind auch zum Präventivschlag bereit
Es gibt entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass man nicht zuerst angreifen dürfe, keine Vorschrift, die besagt, dass ich erst attackieren darf, wenn ich auch körperlich attackiert werde. Steht uns ein Angreifer gegenüber und schreit uns an mit "ich bring dich um" oder "ich stech dich ab", oder ist er gerade im Begriff eine Waffe zu ziehen, so dürfen wir selbstverständlich auch zuerst zuschlagen und den Angreifer ausser Gefecht setzen noch bevor uns dieser körperlich gefährlich werden kann.

Wir sprinten nach vorne wenn der Weg frei ist!
Wenn wir einen Angriff geblockt oder dem Gegner gar zuvorgekommen sind, dann ist es empfehlenswert explosionsartig nach vorne zu starten und den Angreifer quasi einfach umzurennen. Das kommt für jeden Angreifer sehr überraschend und hat sich in der Praxis bewährt. Beim Gegner erzeugt dies eine enorme Schockwirkung.

Wir positionieren uns niemals zwischen den Angreifern!
Wir wählen unsere Position immer so, dass wir niemals zwischen zwei Angreifern stehen. Es empfiehlt sich 2 oder 3 Schritte zur Seite zu gehen und sich den vermeintlich schwächeren Angreifer schon mal auszusuchen und sofort zu attackieren. Wenn man das geschickt anstellt stehen die beiden Angreifer dann hintereinander.

Wir treten den Rückzug an!
Nach einer Auseinandersetzung sollten wir nicht am Ort des Angriffs auf uns bleiben. Es gibt keine Vorschrift die besagt, dass wir warten müssten. Denn dann würden wir uns nur selbst gefährden, sei es dass der Angreifer nochmals hochkommen und angreifen würde oder dass Freunde von ihm hinzukommen und uns attackieren würden. Sich entfernen heißt damit auch Selbstsschutz. Lediglich der §323c StGB verpflichtet uns zur Hilfeleistung, was aber an der nächsten Telefonzelle oder durch Information von anderen Menschen geschehen kann.




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