Klare Abgrenzung

Oft werden wir gefragt, ob wir Kampfsport unterrichten oder ob unsere Systeme eine Kampfkunst seien? Deshalb möchten wir allen Interessierten nochmals die Unterschiede zwischen Selbstverteidigung, Kampfsport und Kampfkunst aufzeigen.

Selbstverteidigung

Bedeutet die Vermeidung und / oder Abwehr von Angriffen auf die seelische und / oder körperliche Unversehrtheit eines Menschen. Die Spannweite solcher Angriffe beginnt bei Nichtbeachtung, unbedachten Äußerungen, Einnehmen von Gemeinschaftsraum, setzt sich fort über Beleidigungen, Mobbing und reicht hin bis zu Körperverletzung und schwersten Gewaltverbrechen

Körperverletzung ist der Eingriff in die körperliche Unversehrtheit einer Person in Form einer körperlichen Misshandlung oder einer Gesundheitsschädigung. Dabei ist jedoch zumeist die Ausübung von Macht das Ziel des Täters. Die weit überwiegende Anzahl solcher Angriffe wird nicht von Fremden, sondern von Bekannten (z.B. Schulkameraden, Verwandten, Freunden etc.) verübt.

Bei der Verteidigung gegen nicht körperliche Angriffe spricht man heute auch von Selbstbehauptung. Dies hat einen bedeutenden Stellenwert in der Selbstverteidigung und findet vor allem Ausdruck in den verbalen Mitteln, sowie in der Körpersprache. Gerade mit Kindern, Jugendlichen und Frauen trainieren wir das sehr intensiv.

Zu den bekanntesten und effektivsten SV-Systemen der Gegenwart zählt Krav Maga. In diesen Systemen geht es nicht darum einen Kampf mit fairen Mitteln zu gewinnen, sondern den Gegner mit geeigneten Mitteln kampfunfähig zu machen bzw. auszuschalten, wobei die eigene körperliche Unversehrtheit oberste Priorität hat. Der Angreifer wird ganz gezielt mit Angriffen auf seine Vitalzentren außer Gefecht gesetzt.

Wir beim Budoverein Ubstadt-Weiher e.V. betreiben ausschließlich Körperschulung und realistische Selbstverteidigung in aller Konsequenz.

Ein SV-System muss auf die verschiedenen Angriffsszenarien möglichst einfache Antworten haben, die an jedem Ort zu jeder Zeit anwendbar sind!
Im Gegensatz zum sportlichen Wettkampf, kann man sich bei einem Angriff auf der Straße weder den Zeitpunkt noch den Ort der Attacke aussuchen. Der Angriff kann durch einen Einzeltäter oder durch mehrere Täter erfolgen, bewaffnet oder unbewaffnet. Auf all dies hat das Opfer keinen Einfluss. Überfälle treffen den Einzelnen in der Regel überraschend, d.h. er hat keine oder nur wenig Zeit, sich auf die neue bedrohliche Situation einzustellen. Der große Stress in Kombination mit der auftretenden Angst schränken häufig die Motorik des Opfers stark ein.

Jeder Versuch, detaillierte komplexe Verteidigungshandlungen durchzuführen, hat von vornherein eine hohe Versagenswahrscheinlichkeit. Aus diesem Grund darf sich ein intelligentes SV-System nicht auf komplizierte technische Abläufe und Techniken verlassen. Ganz im Gegenteil, es müssen einfachste Verteidigungshandlungen, möglichst unter Ausnutzung bereits vorhandener natürlicher Verhaltensweisen zum Einsatz kommen. Die Erfolgswahrscheinlichkeit ist dann sehr hoch.

Im Gegensatz zum sportlichen Vergleich im Kampfsport oder in einer Kampfkunst, darf sich ein modernes SV-System nicht auf bestimmte Distanzen oder bestimmte Arten von Angriffen festlegen. Man kann nicht davon ausgehen, im Selbstverteidigungsfall eine Kampffläche, vielleicht sogar noch ausgelegt mit einer Matte, zur Verfügung zu haben. SV muss auch auf einer Treppe oder bei schlechten Lichtverhältnissen funktionieren. In solchen Situationen fallen alle "tollen" Techniken von vornherein weg. Genauso wenig kann davon ausgegangen werden, dass man nur mit bestimmten Techniken angegriffen wird, wie das zwangsläufig bei sportlichen Wettkämpfen der Fall ist. Im sportlichen Wettkampf sind die Techniken limitiert (z.B. keine Technik unterhalb der Gürtellinie, auf den Hinterkopf oder in den Rücken), um die Verletzungsgefahr zu senken. Im SV-Fall sind jedoch gerade die im Sport verbotenen Techniken die Wirkungsvollsten. Man muss diese Techniken nicht nur selbst anwenden können, sondern auch wissen, wie man diese abwehrt. Im SV-Fall muss mit allem gerechnet werden. Es gibt dabei keine Regeln und keine Fairness. Ein verlorener Kampf bedeutet meist den Verlust der körperlichen Unversehrtheit. Eine sinnvolle SV beinhaltet deshalb nur effiziente Techniken und keine Techniken mit Showelementen aus dem Sport. Sie beinhaltet ferner Angriffs- und Abwehrmöglichkeiten in allen möglichen Distanzen u.a. auch gegen Angriffe in der Bodenlage oder auf engstem Raum, wie z.B. in einem Aufzug oder einem Auto. Da ein Angriff plötzlich und überraschend erfolgen kann und man in diesem Fall nicht gleich erkennen kann, ob der Angriff z.B. mit einer Stichwaffe, Schlagwaffe oder unbewaffnet erfolgt, müssen die ersten instinktiven Maßnahmen möglichst all diese Gefahren abdecken. Dies bedeutet eine Strategie, bei der die Erstreaktion gegen einen Messerangriff anders ist, als gegen einen Stockangriff oder einen Faustangriff, ist bei einer überraschenden Selbstverteidigungssituation mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Scheitern verurteilt. Ein weiterer Aspekt einer sinnvollen SV ist das Verwenden von Hilfsmitteln. Gerade gegen einen bewaffneten Angriff (z.B. mit einer Stichwaffe) ist es ein großer Vorteil, wenn das Opfer Hilfsmittel, die sich in der Umgebung befinden kennt und gezielt einsetzen kann. Dabei ist es wichtig, dass ein SV-Schüler nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch lernt, wie z.B. ein Regenschirm, eine Jacke, ein Stock oder ein Stein eingesetzt werden können.

Kampfsport

Wie der Name schon sagt handelt es sich hierbei um eine Sportart mit Regeln, Gewichtsklassen, Trennung nach Geschlechtern und Altersgruppen. Kampfsport ist das Messen der eigenen Kampffähigkeit mit der eines Gegners nach zuvor festgelegten Regeln. Hierbei steht der sportliche Aspekt im Vordergrund, d.h. es geht darum zu gewinnen und besser zu sein als der Gegner. Das macht Kamsportarten denkbar ungeeignet für realistische Abwehrsituationen, in denen von vornherein ein Machtgefälle und Unfairness herrscht.

Hier sind Kampfsportarten wie Boxen, Kickboxen, Tae Kwon Do, Judo, Muay Thai, Brazilian Jiu Jiutsu, Karate und Vale Tudo die wohl populärsten.


Kampfkunst

Traditionelle Kampfkünste haben unterschiedliche Ziele. Es spielen oft körperliche Eigenschaften und Fertigkeiten zu entwickeln, Tradition, Kleidung und kunstvolle Bewegungsabläufe eine wichtige Rolle. In vielen Kampfkünsten – nicht zu verwechseln mit Kampfsportarten – wird ein großes Augenmerk auf charakterliche Entwicklung und geistige Einstellung des Praktizierenden gelegt.

Zu nennen sind hier Kampfkünste wie Aikido, Escrima, Tai Chi, Baraw, Jeet Kune Do oder Kendo.

Natürlich sind Kampfkünste und Kampfsportarten nur bedingt zur Selbstverteidigung einsetzbar. Vor allem aber sind sie eine ideale Ergänzung zur Selbstverteidigung.


Unsere Leitsätze sind:
Es ist uns wichtig, dass wir beim Training Spaß haben und dass auch gelacht wird !

Es ist im Sinne der effektiven Selbstverteidigung besser, ein Schüler eines realistischen Systems zu sein, als ein Meister der Kampfkunst oder des Kampfsports. In der Realität nützen diese nämlich meist nur wenig!

Wir unterrichten generell keine Kampfsportarten und keine Kampfkünste !

Unsere SV-Systeme:
- „Nicht mit mir“ = Kurssystem des Deutschen Ju Jutsu-Verbandes
- Krav Maga = SV–System der israelischen Polizei und des Militärs
- S.D.S-Concept = realistische und moderne SV mit dem S.D.S.-Stick und Alltagsgegenständen
- Esdo = Gesundheitssport und moderne Selbstverteidigung (als Grundlagentraining für Anfänger)




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